Junge Wissenschaft 2026

Am 27. Jänner 2026 präsentieren Studierende des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit im Rahmen einer Open Lecture des Ilse Arlt Instituts für Soziale Inklusionsforschung die Ergebnisse ihrer Forschung.

Es referieren Maria Langeder, Melanie Stöger und Magdalena Wolf.

Wann: 27. Jänner 2026, 18:00 – 19:30 Uhr
Wo: online

Programm

Stationäre Kinder- und Jugendhilfe: Das Erleben von physischer Gewalt an Fachkräften durch Kinder und Jugendliche

Maria Langeder

Die Fallstudie behandelt körperliche Gewalt gegenüber Fachkräften in der stationären Kinder- und Jugendhilfe und fokussiert auf deren Wahrnehmung, Auswirkungen und Bewältigungsstrategien. Ausgangspunkt ist die hohe, bislang wenig erforschte Prävalenz von Klient*innengewalt im österreichischen Kontext.

Die zugrunde liegende qualitative Studie basiert auf Leitfadeninterviews mit Fachkräften aus sozialpädagogischen Wohngemeinschaften und wurde mithilfe der Grounded Theory ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass körperliche Gewalt häufig im Zusammenhang mit dem Durchsetzen von Strukturen und Konsequenzen auftritt und mit Schock, Ohnmacht, Angst sowie langfristigen psychischen Belastungen einhergeht. Gewalt wird von den Fachkräften meist nicht als persönlicher Angriff, sondern als Ausdruck von Traumatisierung und mangelnder Emotionsregulation der Kinder interpretiert.

Als Bewältigungsstrategien werden insbesondere emotionale Distanzierung, kollegialer Austausch und Supervision beschrieben. Gleichzeitig werden deutliche institutionelle Defizite sichtbar, etwa Personalmangel, Alleindienste und fehlende Unterstützungsangebote. Abschließend wird Gewalt als strukturell-institutionelles Problem eingeordnet, das einen klaren Handlungsbedarf auf organisationaler Ebene erfordert. 

Im Spannungsfeld zwischen Kontrolle und Selbstwirksamkeit – die Zusammenarbeit mit psychisch kranken Eltern(-teilen) im Kontext der behördlichen Kinder- und Jugendhilfe

Melanie Stöger

Sozialarbeiter*innen der behördlichen Kinder- und Jugendhilfe stehen vor vielfältigen Anforderungen, die je nach Klientel spezifische Ansätze erfordern. Die ausgearbeitete Fallstudie, welche im Rahmen dieser Veranstaltung präsentiert wird, zielt darauf ab, zu eruieren, wie sich die Begleitung von Familien mit psychisch kranken Eltern(-teilen) aus der Sicht der Sozialarbeiter*innen gestaltet, welche Interventionen als gelingend eingestuft und worin Herausforderungen der Klientel gesehen werden. Zur Beantwortung der Forschungsfragen wurde eine qualitative Studie durchgeführt, in welcher Datenmaterial mittels zwei narrativen Interviews nach Schütze zitiert von Küsters (2014) erhoben wurde. Die Auswertung erfolgte anhand der Grounded Theory nach Strauss & Corbin (1996). Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, dass beziehungsorientierte Sozialarbeit und Vernetzung zentrale Erfolgsfaktoren darstellen, welche von Herausforderungen wie variierenden Bedürfnissen, mangelnder Krankheitseinsicht und sozialen Barrieren geprägt sind.

Strategien zur Verbesserung des empfundenen Wohlbefindens von Menschen mit psychischer Erkrankung

Magdalena Wolf

Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht die erlebte Anwendung von Strategien zur Verbesserung des empfundenen Wohlbefindens von Menschen mit psychischer Erkrankung. Dies wurde durch die Auswertung von drei teilstrukturierten Interviews nach Helfferich (2019) mit psychisch erkrankten Personen, die in österreichischen Betreuungseinrichtungen betreut werden, erreicht. Die Analyse wurde mithilfe der Grounded Theory nach Strauss und Corbin (1996) durchgeführt. Die angewendeten Strategien zeigen sich je nach Person unterschiedlich und wirken sich positiv auf das Wohlbefinden und Erleben von Menschen mit psychischen Erkrankungen aus. Die Individualität und Wirksamkeit der angewendeten Strategien sollten daher von professionellen Helfer*innen in der praktischen Arbeit berücksichtigt werden.

Strategien zur Verbesserung des empfundenen Wohlbefindens von Menschen mit psychischer ErkrankungMagdalena Wolf