SAG7 / Anonyme Hochsensible: Partizipation und gesellschaftliche Sichtbarmachung hochsensibler Menschen in Österreich
Projektbeschreibung
SAG7 – Anonyme Hochsensible ist eine österreichweite Selbsthilfeinitiative, die aus persönlicher Betroffenheit heraus entstanden ist und sich der Stärkung, Sichtbarmachung und gesellschaftlichen Anerkennung hochsensibler Menschen widmet.
Ausgangspunkt war die eigene Lebensgeschichte von Christoph Pengl, der sehr lange Zeit mit den Herausforderungen einer unerkannten Hochsensibilität sowie mit tiefgreifenden psychischen Krisen konfrontiert war. Die Erfahrung, dass klassische Zugänge allein oft nicht ausreichen, führte zur Entwicklung eines integrativen Ansatzes, der professionelle Unterstützung mit strukturierter Selbsthilfe verbindet.
Hochsensibilität, wissenschaftlich als Sensory Processing Sensitivity beschrieben, betrifft schätzungsweise 15 bis 30 Prozent der Bevölkerung. Sie stellt keine psychische Störung dar, geht jedoch häufig mit einer intensiveren Verarbeitung sensorischer, emotionaler und sozialer Reize einher, was im Alltag zu besonderen Belastungen führen kann.
Ziel von SAG7 ist es, Betroffene in ihrer Selbstwahrnehmung zu stärken, ihre Selbstvertretung zu fördern und gesellschaftliche Rahmenbedingungen im Sinne von Inklusion und Entstigmatisierung weiterzuentwickeln. Im Zentrum steht ein partizipativer Ansatz, der Betroffene nicht nur als Zielgruppe, sondern als aktive Mitgestalterinnen versteht.
Ein wesentliches Element der Arbeit ist die Hilfe zur Selbsthilfe in Gruppen, die auf einem Zwölf-Schritte-Programm basiert. Dieses strukturierte Modell unterstützt Menschen dabei, persönliche Belastungen zu reflektieren, Verantwortung für den eigenen Entwicklungsprozess zu übernehmen und Schritt für Schritt Stabilität im Alltag aufzubauen. Es schafft einen klaren Rahmen für Austausch, Orientierung und gegenseitige Unterstützung und ermöglicht nachhaltige Veränderungsprozesse. Christoph Pengl hat das Zwölf-Schritte-Programm mit Genehmigung der Anonyme Alkoholiker World Services mit Sitz in New York für hochsensible Menschen adaptiert.
Zukünftig soll die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen weiter ausgebaut werden, um die empirische Fundierung des Ansatzes zu stärken und die Sichtbarkeit hochsensibler Menschen weiter zu erhöhen. Damit leistet SAG7 einen nachhaltigen Beitrag zur Weiterentwicklung einer inklusiven Sozialen Arbeit, die auf Teilhabe, Erfahrungsexpertise und menschenrechtlichen Prinzipien basiert.
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