Wirkungsanalyse der NÖ Wohnungslosenhilfe/Die soziale Exklusion von Menschen mit Suchterkrankung und die Grenzen der Delogierungsprävention
Projektbeschreibung
Meine Forschung ist wie ein kunstvolles Theaterstück. Hier sprechen keine Expert*innen über andere Menschen in schwierigen Situationen. Die Betroffenen kommen als Hauptdarsteller selbst zu Wort. Es geht es um fehlende Chancen und Ausgrenzung. Deswegen können sie ihr Leben nicht selbst gestalten. Diese Menschen leben am „Rand“ der Gesellschaft. Sie sind in ihrer Lebensumgebung abgeschottet. Sie haben keinen Zugang zur Arbeit und keinen Zugang zu stabilem und abgesichertem Wohnraum. Sie haben keinen Zugang zu Freizeitvergnügen und Bildung. Sie konsumieren jeden Tag Substanzen, zum Beispiel Alkohol. Als Forscherin habe ich sie besucht und sagte ihnen: „Ihr zählt!“ Sie antworteten mir: „Wir machen das schon. Wir brauchen nichts!“ Aber ich spürte ihre Verzweiflung und ihren Schmerz. Ich spürte auch ihre Resignation. Meine Forschung hat den Vorhang geöffnet: Sie macht die Lage dieser Menschen sichtbar.
Sie zeigt die Probleme und den Umgang mit diesen Problemen auf: Diese Menschen stützen sich gegenseitig. Sie bleiben unter sich. Die betroffenen Menschen haben eigene Wege gefunden, um mit ihrer Situation umzugehen. Sie sind fähig, sich an die Probleme anzupassen. Das machen sie in einer eigenen Gemeinschaft. Diese nenne ich „Peer-Space“. Das bedeutet „Raum für Gleichgesinnte“. Obwohl sie nicht die passende Hilfe erhalten, sind sie dadurch nicht hilflos. Mein Projekt zeigt auf, Forschung darf nicht über Menschen betrieben werden. Das wäre eine Themenverfehlung. Im Zentrum müssen die Menschen selbst sein. Forschung muss im Dienst der Menschen stehen.